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Projekt: Buch

Projekt: Buch

Glauben ist nicht wissen, oder?

„Jesu Leben“ (Band I) ist ein Buch, in dem Michael Ostendorf seine ganz persönliche Geschichte mit seinem Opa Willi in Beziehung zu Bibeltexten aus dem Leben Jesu setzt.

Buch: Glauben ist nicht wissen, oder - Band 1 - Leben Jesu
Glauben ist nicht wissen, oder?
Buch: Glauben ist nicht wissen, oder - Band 1 - Leben Jesu

Glauben ist nicht wissen, oder?

Band 1 - Jesu Leben

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  • Michael Ostendorf
  • Paperback
  • 120 Seiten
  • ISBN-13: 9783746092683
  • Verlag: Books on Demand
  • Erscheinungsdatum: 05.02.2018
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 5,99€

BESCHREIBUNG

Glauben ist nicht wissen, oder? Band 1 - Jesu Leben ist ein Buch, in dem Michael Ostendorf seine ganz persönliche Geschichte mit seinem Opa Willi in Beziehung zu Bibeltexten aus dem Leben Jesu setzt. Opa Willi war blind und von Beruf Pumpen- und Brunnenbauer. So erzählt der Autor von seinem Opa Willi, vom blinden Bartimäus und der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen. Dabei wird auf die Entstehungsgeschichte des Neuen Testaments, die unterschiedlichen Geburtsgeschichten Jesu und den Kontext des Alten Testaments eingegangen.

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AUTOR

Michael Ostendorf ist Sänger aus Leidenschaft. Geboren am 24.12.1962 in Hamburg: Barmbeker Jung und am Eilbektal groß geworden. Später studierte er Theologie und wurde 1994 Pastor in Hamburg Billstedt. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in den Hamburger Marschlanden. Dort ist er Pastor der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Moorfleet-Allermöhe-Reitbrook. Mit seinem Fotoapparat ist er oft unterwegs und hält Momente fest. So versteht er auch seine Lieder. Als erlebte Momente, Erfahrungsbeschreibungen und manchmal auch tiefgreifende Lebenssituationen.

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

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© 2018 Michael Ostendorf

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Titelfoto: 

Michael Ostendorf 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Künstlers ElBocho

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Herstellung und Verlag: 

BoD –  Books on Demand, Norderstedt

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ISBN: 978-3-7460-9268-3

VorWeg

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Ein Buch. Ein Buch für Jugendliche und (junge) Erwachsene. Kein Comic. Kein Manga. Kein Facebook-Post. Keine WhatsApp-Meldung. Kein Skype. Ja, nicht einmal ein Bild. Geht das überhaupt? Ist das nicht ein Widerspruch in sich: Ein Buch für junge Leute? 

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Aber leider fehlt mir für einen Comic das zeichnerische Talent und für einen Film das technische Know-how und die Phantasie der künstlerischen Umsetzung. Also nutze ich Worte und die Bildhaftigkeit der Sprache. Das hat den Vorteil, dass du dich da mit deiner eigenen Phantasie einbringen kannst. Und du kannst das Tempo, mit dem du vorangehen willst, selbst bestimmen. Du kannst auch mal zurückblättern, wenn du etwas vergessen hast oder nachschlagen willst. Dir mit Bleistift Sätze unterstreichen oder Gedanken am Rand markieren. Und du kannst das Buch auch mal weglegen. Pause machen. Außerdem gibt es schon so viele tolle Bücher über den christlichen Glauben, die ganz und gar – vom Stil her – für junge Leute gemacht sind. 

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Glaube ist nicht wissen, oder? Wenn ich als Kind irgendeine Frage mit „Ich glaube schon!“ beantwortet hatte, sagte mein Vater immer zu mir, „Glauben ist nicht wissen und nicht wissen heißt, nochmal machen!“ Und dann musste ich mich noch einmal an die Arbeit machen. Das war bei Schularbeiten so und auch bei den häuslichen Pflichten nicht anders.

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Ein Gegensatz? Für manche Menschen scheinen Glaube und Wissen Gegensätze zu sein. Glauben ist eben nicht Wissen. Die Annahme, es gäbe einen Gott, soll immer wieder wissenschaftlich fundiert werden. Gottesbeweise werden auch heute immer wieder probiert. Aber ebenso wird Gott auch geleugnet. Es wird versucht zu beweisen, dass es Gott nicht geben könne. Und je mehr wissenschaftliche Erkenntnis gewonnen wird, desto mehr wird der „Zauber der Schöpfung“ entschlüsselt. Manche meinen, Gott sei genau das, was die Wissenschaft nicht hinterfragen und beantworten könne. Gott füllt dann die Lücke der Erkenntnisfähigkeit aus. Zugegeben: Mit wachsender Erkenntnis wird diese Lücke immer kleiner. Der Raum für Gott scheinbar immer enger. Auf der anderen Seite wehren sich Menschen gegen diese Herangehensweise und befürchten, dass dann für Gott gar kein Platz mehr bliebe. Vielleicht leben moderne Menschen größtenteils tatsächlich ohne Glauben, so, als ob es Gott nicht gäbe. Vielleicht ist es aber auch so, dass sich moderne Menschen von den festgefügten Gedanken nicht mehr wahrgenommen und in ihrer Lebenswirklichkeit nicht mehr verstanden fühlen. Vielleicht suchen sie jenseits dieser organisierten und institutionalisierten Gläubigkeit, weil diese für sie nicht mehr stimmig und passend ist. Weil die Antworten den Fragen nicht entsprechen. 

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Für mich schließen sich Glaube und Wissen nicht gegenseitig aus. Für mich ist Gott kein Lückenbüßer, für das, was ich nicht weiß. Es kann aber auch keine Glaubensaussage formuliert werden, die gegen das Wissen ansteht. Ebenso aber auch keine wissenschaftliche Aussage, die nicht in irgendeiner Form auf einer Annahme beruht. Glaube gegen Wissen wird - für mich - starrer Dogmatismus. Wissen, das behauptet, wirklich alles endgültig schlüssig beantworten zu können, ebenso. Die alles entscheidende Frage bliebe dann, warum der Mensch allzu oft wider besseres Wissen handelt.

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Dass Menschen über ihre Lebenswelt, über Vergangenheit und Zukunft und damit über sich selbst hinaus denken können, bringt sie mit anderen Menschen und deren Glaubens- und Lebenswelten in Verbindung. In dieser Beziehung stehen wir zwangsläufig. Keiner von uns lebt im luft- und beziehungsleeren Raum. Wir lernen und begreifen, denken und fühlen so, wie wir es durch die Vermittlung anderer beigebracht bekommen. Das gilt für den Glauben, wie auch für das Wissen. Der Glaube muss sich in dieser Welt bewahrheiten und für Menschen wesentlich sein. Ansonsten wird er keine Bedeutung mehr haben.

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Selbständig werden wir dann, wenn wir beginnen, das alles zu hinterfragen, mit eigenen Erfahrungen zu füllen, Antworten zu wagen und das eigene Leben damit zu gestalten. Und manchmal bedeutet das dann tatsächlich: Nochmal machen! Nochmal prüfen, in welcher Beziehung unser Glaube und unsere Erfahrung stehen. Prüfen, ob unser Glaube unserer Erfahrung und unserem Wissen tatsächlich entspricht. Glaube will tatsächlich bedacht werden!

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„Glauben ist nicht wissen, oder?“  ist der Versuch, Fragen, Themen und Inhalte des christlichen Lebens aufzugreifen  und insbesondere für Jugendliche aber auch Erwachsene zu formulieren. Und schon bei dieser Formulierung stoße ich an Grenzen. Ich merke, dass es mir unmöglich ist, etwas für Jugendliche oder andere Menschen zum Ausdruck zu bringen.

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Mir geht es um den Glauben. Besser: Um den Glauben an Jesus Christus! Dieser Glaube ist persönlich und individuell. Ich kann ihn gar nicht für andere zur Sprache bringen. Ich kann nur von meinem Glauben und meinen eigenen Erfahrungen damit reden. Ich kann nur beschreiben, was Glaube mir bedeutet und warum Glaube für mein persönliches Leben wichtig ist. Das möchte ich gerne tun! Dazu gehört für mich aber auch all das, was ich bis jetzt gelernt, verstanden, gefühlt, begriffen und erfahren habe. Du wirst mich also ganz persönlich kennenlernen! Gleichzeitig mute ich dir auch zu, deine Erfahrungen einzubringen. Von deinem Glauben zu erzählen, von dem, was dir wichtig ist! 

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Vielleicht wird darin etwas von dem lebendig, wovon Jesus gesprochen hat. Was er mit Leben gefüllt hat. Womit er Menschen ermutigt hat. Worin er für sie glaubwürdig geworden ist.                          

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Dein Pastor-X

Michael Ostendorf

HinWeg 

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In unserem Leben gibt es so viel zu entdecken! Gleich  von Anfang an machen wir uns auf Erkundungstour. Wir hören – schon im Mutterleib. Nehmen über die Haut Berührungen und Temperaturen wahr. Die Augen gewöhnen sich langsam an Konturen und Farben. Das Gehirn entwickelt sich und lernt, die auf dem Kopf stehenden Bilder, die die Augen aufnehmen, umzudrehen. Langsam werden wir uns unsrer Umwelt bewusst, wissen, wie Mama und Papa riechen, wie sie klingen und sich anfühlen. Vieles ist noch Reflex. Herzschlag und Atem werden gleichmäßiger. Bewegungen und Stimme werden geübt. Und plötzlich bilden sich Worte. Dinge bekommen einen Namen. Und es wird gefragt. Über Frage und Antwort wird zuerst das nähere Umfeld und dann später die Welt verständlich gemacht. Und man kann irgendwann über Dinge reden, die man nicht sieht, weil man sie sich einfach vorstellen kann.

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„Der, die, das, wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, 

wer nicht fragt bleibt dumm!"

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hieß es damals in der Sesamstraße. Die hast du doch auch mal gesehen, oder? Mit Ernie und Bert, dem Krümelmonster und all den anderen.

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„1000 tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen.

Manchmal muss man fragen, um sie zu verstehen!"

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Kennst du dieses Lied noch? Bei mir hat sich die Melodie so festgesetzt, dass sie für mich ein richtiger Ohrwurm geworden ist. Und es stimmt! Manchmal muss man fragen! Fragen sind der Schlüssel zu unserem Leben. Zu dem, was uns umgibt, was uns beschäftigt und uns bewegt. Mit Fragen kommen wir ins Gespräch. Fragen helfen uns, Erklärungen zu finden und den Dingen auf den Grund zu gehen.

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Ist dir die Abkürzung FAQ schon mal begegnet? Das sind die sogenannten Frequently Asked Questions. Solche Fragen findest du oft auf Internetseiten. Dort sind sie als ein Service für Nutzerinnen und Nutzer zusammengestellt worden. Wenn man etwas nicht weiß, sollte man dort zuerst nachschauen. Manches ergibt sich dann von allein. Die Betreiber der jeweiligen Website ersparen sich somit eine Flut an Emails mit immer gleichen Fragen. Sie wollen die Antworten nicht immer und immer wieder wiederholen.

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Je genauer die Frage, desto genauer kann die Antwort sein. Und je überschaubarer das Themengebiet oder das zu klärende Problem ist, desto besser klappt es mit der Antwort. Hast du dich auf deinem Handy schon einmal vertippt, als du jemanden anrufen wolltest? Dabei hattest du die Nummer doch so genau im Gedächtnis. Und jetzt diese Computerstimme: "Diese Nummer ist leider nicht vergeben." Du versuchst es noch mal. Und wieder: "...leider nicht vergeben."

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Um jemanden zu erreichen, musst du die Nummer ganz genau kennen. Eine halbe Nummer nützt dir gar nichts. Ja, selbst wenn nur eine Ziffer nicht stimmt, wirst du nicht weiter kommen.

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Da werden Sie geholfen! Du weißt schon, das war mal die Werbung für eine Telefonauskunft. Dort kannst du anrufen und nach der richtigen Nummer fragen. Und tatsächlich: Meistens kannst du dort fündig werden.

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Ganz ähnlich ist das auch mit den Fragen, die – irgendwie - alle Menschen  - irgendwann - einmal haben. Wir müssen sie richtig stellen, damit wir selbst eine passende Antwort darauf finden. 

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Die FAQ der Menschen beginnen dreimal mit W. Sie heißen: 

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Woher?  Warum? Wohin?

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Woher komme ich? Warum lebe ich? Wohin geht es, wenn ich sterbe? So oder ähnlich fragen wir uns immer wieder. Du stellst diese Fragen vielleicht – bestimmt! - mit ganz anderen Worten. Vielleicht magst du sie im Moment auch gar nicht stellen. Vielleicht sind gerade auch ganz andere Sachen in deinem Leben dran.

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Oder vielleicht traust du dich auch schon gar nicht mehr zu fragen, weil es uncool ist, Fragen zu stellen. Aber wer fragt, traut sich etwas. Wer fragt, fällt auf. Und wer fragt, macht den Mund auf.

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Peinlich findet man das manchmal. Das geht mir in großen Gruppen von Erwachsenen auch manchmal so. Da reden alle so viel scheinbar Wichtiges und Richtiges. Und wenn ich dann etwas nicht verstehe, frage ich mich zuerst, ob ich es nicht kapiert habe.

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Mir geht das nicht allein so. Das ist zumindest meine Erfahrung. Wenn ich dann nämlich nachfrage, stelle ich fest, dass die anderen plötzlich verunsichert reagieren und gar nicht so schnell eine richtige Antwort haben.

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Oft benutzen andere Leute Fremdworte. Wenn ich die nicht kenne, kann ich nicht begreifen, wovon die überhaupt reden. Also frage ich nach: „Was bedeutet das auf Deutsch?“ Oft ist die Antwort dann: "Ähm...also...ungefähr..." Schon verstanden, denke ich mir dann. War gar nicht so wichtig. Da hat sich jemand selbst gern reden gehört. Schade!

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Dabei sind Worte wirklich wichtig! Mit dem, was wir sagen, verständigen wir uns. Mit Worten können wir unsere Liebe aber auch einen Krieg erklären. Mit Worten können wir Gefühle ausdrücken. Auch wenn uns das manchmal schwer fällt. Und nichts ist schlimmer, als wenn niemand mehr mit mir spricht. Dann bin ich außen vor.

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Dann wird vielleicht auch noch über mich geredet, oder gelästert. Das tut weh! So kann man Menschen mit Worten verletzen. Und das geht manchmal viel tiefer, als wenn man sich irgendwo gestoßen, verbrannt oder anders verletzt hat.

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"Worte abwägen" war früher ein Ausdruck dafür, dass man ganz genau überlegt hat, was man sagen will. Wichtige Worte fallen nämlich ins Gewicht. Sie können einem schwer auf dem Magen liegen. Oder sie befreien einen und plötzlich geht alles viel leichter.

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Weil das so ist, ist es wichtig, auf seine Worte zu achten und sie sorgsam zu behandeln. Wenn ich das nicht tue, merke ich gar nicht, wie leichtfertig ich etwas sage. Dann rede ich einfach drauf los, und weiß gar nicht mehr, was ich da eigentlich sage. Dann habe ich etwas einfach nur so dahin gesagt. Aber es ist raus. Andere haben es gehört. Und meistens reagieren sie darauf und sind sauer.

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Missverstanden fühle ich mich dann. Und ich sage: „Das war doch gar nicht so gemeint!“ So etwas aufzuklären und aus der Welt zu schaffen ist gar nicht so leicht. Ja, manchmal ist es sogar unmöglich! Darüber können Freundschaften zerbrechen und sogar Feindschaften entstehen.

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Dann wäre da auch noch die Frage, an wen wir unsere Fragen richten? Wen fragen wir, wenn es um schulisches, persönliches, gefühlsmäßiges, familiäres, ganz intimes, glaubensrelevantes, religiöses oder etwas ganz anderes geht? Ich glaube, das muss jede und jeder ganz allein für sich herausfinden. Da sind natürlich die Eltern – Vater und Mutter –,  die Familie – Omas, Opas, Paten, Geschwister -, Schulkameradinnen und Schulkameraden, Freundinnen und Freunde und manchmal auch Leute vom Fach -  Lehrerinnen und Lehrer – und viele mehr! Vielleicht ja auch die Pastorin oder der Pastor. Fragen zu stellen, ist Vertrauenssache! Das ist zumindest meine Erfahrung.

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Traue dich, deine eigenen FAQ herauszufinden und sie zu stellen! Finde die für dich passende Sprache dafür! Wundere dich nicht, wenn ich dich dann manchmal frage, was du da gerade gesagt hast. Denn manchmal redest du für mich wie in einer Fremdsprache. Ich muss dann erst einmal deine Vokabeln lernen und für mich übersetzen, was du gesagt hast. Also bin ich gespannt, wie du deine drei W´s formulierst. Welches sind die Fragen, die dich gerade umtreiben oder beschäftigen?

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lol, hdgdl, cu: Lach, hab dich ganz doll lieb, see you! Chatten geht mit Abkürzungen schneller. Aber was, wenn jemand die Abkürzungen nicht kennt? Wenn jemand nicht weiß, was lol, hdgdl oder cu bedeuten? Dann kann er oder sie nicht mitreden oder mitchatten. Also muss man diese Buchstabenkombinationen lernen. Gar nicht so einfach, wenn man nicht weiß, wen man fragen soll. Irgendwie muss man sich aber damit vertraut machen, wenn man mit der Zeit gehen und mitmachen möchte.

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Manchmal muss man aber auch Begriffe älterer Sprachen lernen. Damit kann man sich über Dinge verständigen, die in der Vergangenheit liegen. Aber nicht nur. Manchmal ist selbst die Sprache von Eltern und Kindern unterschiedlich. Und dann reden Eltern und Kinder aneinander vorbei, weil man das gegenseitige Vokabular nicht gelernt, sich nicht aufeinander eingelassen hat. Wie sollen wir dann aber miteinander sprechen? Wie sollen wir dann Verständnis füreinander haben, wenn wir nicht mal wissen, was unser Gegenüber eigentlich sagen wollte?  Da ist es dann leider nicht mit lol, hdgdl oder cu getan. Vielleicht heißt es dann "sehr witzig", "ich liebe dich" oder "auf Wiedersehen". Oder ganz anders: "Very funny", "I love you" oder "bye bye".

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Alltagssprache ist vielleicht am einfachsten zu erlernen. Sie umgibt uns täglich und im Hören lernen wir die unterschiedlichen Begriffe kennen und begreifen ihre Bedeutung. Das geht eigentlich wie von selbst. So hast du doch auch die Chatsprache erlernt, oder?

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Was aber, wenn du ein großes Problem hast? Und du niemanden hast, dem du dich anvertrauen kannst? Wenn du das Gefühl hast, mich kann ja doch niemand verstehen?

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Für mich gab es einen Menschen, dem ich mich anvertrauen konnte. Das war mein Opa. Opa Willi! Diese ganz persönliche Geschichte möchte ich dir erzählen. Sie hat für mich etwas mit meinem Glauben und mit Gott zu tun. Aber womit soll ich anfangen, wenn es auch um Gott gehen soll?

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Henne oder Ei? Im Anfang - oder: Es war einmal? Womit beginnt die Geschichte von Gott und den Menschen? Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Die Erfahrung, die Menschen mit Gott gemacht haben oder die Offenbarung, in der sich Gott den Menschen selbst zu erkennen gegeben hat?

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Theologische Abhandlungen: Allein darüber könnte ich dir jetzt eine theologische Abhandlung schreiben und mich dem Problem wissenschaftlich nähern. Das könnte ich. Das habe ich gelernt. Dafür habe ich 14 Semester an der Universität studiert. Dafür habe ich Latein, Griechisch und Hebräisch gebüffelt. Dafür habe ich die Bibel rauf und runter gelesen. Dafür habe ich zwei Jahre lang in einer Gemeinde bei einem Pastor alles abgeguckt, was es zu sehen und zu hören gab. Dafür habe ich zweimal Prüfungsstress durchgestanden. Und ich kann sagen, das war gut!

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Nachgedacht: Das Studium hat mir Spaß gemacht. Gerne habe ich über die Frage nach Gott nachgedacht. Aber es war eben nach-gedacht. Ich habe vielen anderen schlauen Menschen hinterher gedacht. Und manchmal war es gar nicht so einfach nach-zu-denken und nach-zu-vollziehen, was sie über Gott gedacht haben und mit welchen Erfahrungen sie von Gott geredet haben.

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Ich könnte jetzt genau das tun, was ich eigentlich am besten kann: Am Anfang bei Gott und der Welt und Adam und Eva anfangen. Da hätte ich viel zu erzählen und du könntest bestimmt viel lernen. Und oft habe ich das im Konfirmandenunterricht auch so gemacht. Aber irgendwann war das langweilig.

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Kein Lehr- und Lernstoff! Nachzudenken ist anstrengend und hat erst mal gar nichts mit einem selbst zu tun. Und manchmal kommt man einfach nicht hinterher. Da kann man sich bemühen so viel man will. Dabei haben doch alle Menschen ihre Erfahrungen, ihren Glauben, ihre Liebe, ihre Sehnsüchte, Hoffnungen, Niederlagen und Enttäuschungen. 

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Wenn man nur nachdenkt, kommt das erst mal nicht vor. Und das finde ich schade. Ich glaube nämlich nicht, dass Glaube erst studiert werden muss sondern, dass Glaube zum Leben dazu gehört wie das Atmen, das Essen und Trinken, das Fühlen, Schlafen, Träumen und das auf die Toilettegehen. Eigentlich ist das Thema von „Glauben ist nicht wissen, oder?“ kein Lehr- und Lernstoff. Eigentlich ist das etwas, was erzählt werden will. Erzählt im allerbesten Sinn: Wie ein Märchen oder eine spannende Geschichte. Wie ein Liebesroman, der letzte Band von Harry Potter, der neuste James Bond oder der Hobbit in 3D.

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Nicht nicht wahr! Nicht, dass das alles nicht wahr wäre und es am Ende heißt: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann...!" Nein, das, was wir von unseren Erfahrungen und Erlebnissen zu erzählen haben, ist so wahr, wie das "Amen in der Kirche"! Und es hat etwas mit dem – eigenen - Leben und mit Gott zu tun. So wie die vielen Mythen, Erzählungen, Geschichten und Bücher auch, die für die Religionen zu Heiligen Texten oder Heiligen Schriften geworden sind.

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Also will ich erzählen. Etwas zu erzählen ist nun aber auch nicht so einfach, wie es sich anhört. Ich versuche es einfach. Das, was ich dir erzählen möchte, ist meine ganz persönliche Geschichte. Meine Erlebnisse – meine Erfahrungen und mein Erlerntes - haben mich in meinem Leben geprägt und ich glaube, dass meine Persönlichkeit, mein Vertrauen und meine Beziehung zum christlichen Glauben mit diesen Erlebnissen zu tun haben.

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Auf unserm damaligen Schulklo habe ich einmal diesen Satz gelesen: 

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"Wir meinen Erfahrungen zu machen. 

Dabei machen Erfahrungen uns!"

Gerne bin ich für Sie da! Schreiben Sie mir!