Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.   

Lk.21,28b

Brief zur Fusion zum Kirchenkreis Hamburg-Ost

‍Über ‍Propst ‍Matthias ‍Bohl ‍an ‍den ‍Kirchenkreisvorstand ‍und ‍die ‍Synode ‍des ‍KK ‍Stormarn

‍Über

‍Propst ‍Matthias ‍Bohl

‍an ‍den

‍Kirchenkreisvorstand ‍des ‍KK ‍Stormarn

‍Rockenhof ‍1

‍D-22359 ‍Hamburg


‍Hamburg, ‍9.10.2007


‍„Freut ‍euch ‍mit ‍den ‍Fröhlichen ‍und ‍weint ‍mit ‍den ‍Weinenden“ ‍(Röm.12,15)


‍Lieber ‍Matthias,

‍sehr ‍geehrte ‍Damen ‍und ‍Herren ‍des ‍Kirchenkreisvorstandes ‍Stormarn,

‍sehr ‍geehrte ‍Damen ‍und ‍Herren ‍vom ‍„virtuellen ‍Kirchenkreisvorstand ‍Hamburg-Ost“,

‍liebe ‍Denkerinnen ‍und ‍Denker ‍im ‍Fusionsprozess ‍zum ‍Großkirchenkreis,


‍nach ‍dem ‍Hearing ‍am ‍5.10.2007 ‍in ‍der ‍Wichern-Schule ‍möchte ‍ich ‍Ihnen ‍meine ‍persönliche ‍Befindlichkeit ‍mitteilen, ‍weil ‍ich ‍es ‍wichtig ‍finde, ‍Rückmeldung ‍zu ‍geben ‍über ‍das, ‍was ‍mich ‍als ‍verantwortliches ‍Glied ‍dieser ‍Kirche ‍bewegt. ‍Ausdrücklich ‍wähle ‍ich ‍die ‍persönliche ‍Form ‍und ‍schreibe ‍aus ‍meiner ‍persönlichen ‍Perspektive. ‍Diese ‍ist ‍


‍Kurz: ‍KK ‍Stormarn, ‍Ev.-Luth. ‍KG ‍Kirche ‍in ‍Steinbek, ‍Gemeindezentrum ‍Mümmelmannsberg.


‍Lang: ‍Seit ‍1994 ‍bin ‍ich ‍Pastor ‍in ‍der ‍Ev.-Luth. ‍Kirchengemeinde ‍Kirche ‍in ‍Steinbek. ‍Im ‍Sommer ‍2004 ‍habe ‍ich ‍innerhalb ‍der ‍Gemeinde ‍den ‍Wechsel ‍von ‍Kirchsteinbek ‍nach ‍Mümmelmannsberg ‍vollzogen. ‍In ‍diese ‍Zeit ‍des ‍Wechsels ‍hinein ‍fallen ‍viele ‍wichtige ‍Prozesse, ‍die ‍mit ‍der ‍Regionalisierung ‍im ‍KK ‍Stormarn ‍und ‍der ‍gemeindlichen ‍Haushaltskonsolidierung ‍zu ‍tun ‍haben. ‍


‍Schon ‍1995 ‍wurde ‍in ‍der ‍KG ‍Kirche ‍in ‍Steinbek ‍die ‍Feststellung ‍gemacht, ‍dass ‍die ‍Mittel ‍der ‍Kirchensteuerzuweisungen ‍nicht ‍mehr ‍ausreichen ‍würden, ‍um ‍den ‍Betrieb ‍der ‍Gemeinde ‍in ‍einem ‍Haushaltsjahr ‍abzudecken. ‍Es ‍gab ‍und ‍gibt ‍ein ‍strukturelles ‍Defizit. ‍In ‍diesem ‍Zusammenhang ‍haben ‍wir ‍viele ‍Schritte ‍unternommen. ‍In ‍den ‍Gemeindebezirken ‍wurden ‍Schwerpunkte ‍gelegt, ‍Arbeitsbereiche ‍wurden ‍geschlossen. ‍Mitarbeiterinnen ‍und ‍Mitarbeiter ‍wurden ‍betriebsbedingt ‍umgesetzt. ‍Einige ‍leider ‍entlassen. ‍Die ‍Verwaltung ‍wurde ‍umgestellt. ‍Wir ‍schlossen ‍uns ‍bewusst ‍nicht ‍dem ‍Kirchlichen ‍Verwaltungszentrum ‍Stormarn ‍(KVS) ‍sondern ‍der ‍Kirchlichen ‍Verwaltung ‍Ahrensburg ‍(KVA) ‍an. ‍


‍Trotz ‍des ‍Erfolges, ‍den ‍wir ‍damit ‍erzielt ‍hatten, ‍waren ‍weitere ‍Schritte ‍nötig. ‍Wir ‍standen ‍vor ‍der ‍Entscheidung, ‍Gebäude ‍abzubauen ‍oder ‍weitere ‍Arbeitsbereiche ‍zu ‍reduzieren ‍zu ‍müssen. ‍In ‍einem ‍langen ‍und ‍schmerzhaften ‍Diskussionsprozess ‍(inklusive ‍mehrerer ‍Unternehmensberatungen ‍und ‍Moderationsprozesse) ‍hatten ‍wir ‍uns ‍dazu ‍entschlossen, ‍Gebäude ‍zu ‍reduzieren, ‍weil ‍die ‍Unterhaltung ‍der ‍Gebäude ‍der ‍KG ‍Kirche ‍in ‍Steinbek ‍unverhältnismäßig ‍viel ‍Geld ‍kostet. ‍Auch ‍in ‍Zusammenarbeit ‍mit ‍dem ‍Kirchenkreis ‍Stormarn ‍fiel ‍die ‍Entscheidung ‍auf ‍die ‍Gebäude ‍des ‍Gemeindezentrums  Mümmelmannsberg. ‍Unsere ‍Leitlinie ‍war: ‍„Personen ‍statt ‍Gebäude!“ ‍–  der ‍Erhalt ‍von ‍Arbeitsbereichen ‍und ‍Arbeitsplätzen ‍vor ‍dem ‍Erhalt ‍von ‍Gebäuden. ‍Aus ‍verschiedenen ‍Gründen ‍wurde ‍die ‍Umsetzung ‍des ‍baureifen ‍Entwurfes ‍nicht ‍möglich. ‍Nun ‍steht ‍das ‍gesamte ‍Ensemble ‍als ‍zu ‍erhaltenswürdiges ‍Kulturgut ‍der ‍70ger ‍Jahre ‍unter ‍Denkmalschutz. ‍Im ‍Frühjahr ‍und ‍Sommer ‍2007 ‍wurde ‍es ‍für ‍fast ‍500.000€ ‍saniert, ‍damit ‍ein ‍sparsameres ‍Bewirtschaften ‍möglich ‍werden ‍würde. ‍Aber ‍mit ‍diesen ‍Maßnahmen ‍ist ‍die ‍Sanierung ‍längst ‍nicht ‍abgeschlossen. ‍Und ‍der ‍Status ‍eines ‍geschützten ‍Kulturdenkmals ‍wird ‍die ‍Situation ‍für ‍die ‍Kirchengemeinde ‍nicht ‍erleichtern. ‍


‍Das  Zusammenspiel ‍von ‍Kirchengemeinde, ‍Kirchenkreis, ‍Nordelbsicher ‍Kirche ‍und ‍Denkmalschutz ‍der ‍Stadt ‍Hamburg ‍empfand ‍ich ‍persönlich ‍als ‍problematisch. ‍Im ‍Ergebnis, ‍das ‍ich ‍vom ‍künstlerischen ‍Verständnis ‍her ‍ausdrücklich ‍teile, ‍belastet ‍eine ‍übergeordnete ‍inhaltliche ‍Entscheidung ‍pro ‍Denkmalschutz ‍dauerhaft ‍die ‍finanziellen ‍und ‍inhaltlichen ‍Rahmenbedingungen ‍der ‍Kirchengemeinde. ‍Es ‍wurde ‍nachhaltig ‍Einfluss ‍auf ‍Entscheidungen ‍der ‍Kirchengemeinde ‍genommen, ‍ohne ‍die ‍finanziellen ‍Konsequenzen ‍selbst ‍tragen ‍zu ‍müssen.


‍Dieser ‍kurze ‍Bericht ‍ist ‍nur ‍ein ‍Beispiel ‍dafür, ‍dass ‍inhaltliche ‍und ‍finanzielle ‍Fragen ‍direkt ‍aufeinander ‍bezogen ‍sind ‍und ‍die ‍Entscheidungsbefugnis ‍der ‍unterschiedlichen ‍Funktionsebenen ‍eine ‍gravierende ‍Einwirkung ‍auf ‍die ‍jeweiligen ‍Gestaltungsräume ‍hat.


‍In ‍diesem ‍Zusammenhang ‍hat ‍die ‍Fusion ‍der ‍drei ‍Kirchenkreise ‍Alt-Hamburg, ‍Harburg ‍und ‍Stormarn ‍zum ‍Kirchenkreis ‍Hamburg-Ost ‍eine ‍große ‍wegweisende ‍Bedeutung ‍für ‍die ‍Kirchengemeinden ‍und ‍Regionen.


‍Die ‍auf ‍dem ‍Hearing ‍Ihrerseits ‍mehrfach ‍formulierte ‍Behauptung, ‍die ‍bisherigen ‍Vorschläge ‍zur ‍Fusion ‍spielten ‍sich ‍nur ‍auf ‍Kirchenkreisebene ‍ab ‍und ‍würden ‍die ‍Gemeinden ‍nicht ‍betreffen, ‍veranlasst ‍mich ‍zur ‍Kritik ‍an ‍diesem ‍Vorgehen. ‍Diese ‍Voraussetzung ‍halte ‍ich ‍für ‍grundlegend ‍falsch!


‍Meine ‍erste ‍These:

‍Die ‍Fusion ‍der ‍Kirchenkreise ‍betrifft ‍alle ‍Ebenen ‍unmittelbar: ‍Kirchenkreise, ‍Verwaltung, ‍Dienste ‍und ‍Werke ‍sowie ‍die ‍Gemeinden ‍nehmen ‍ihren ‍Auftrag ‍zur ‍Verkündigung ‍und ‍zur ‍Gestaltung ‍kirchlichen ‍Lebens ‍wahr.  Die ‍Veränderung ‍einer ‍oder ‍mehrerer ‍Ebenen ‍betrifft ‍das ‍ganze ‍Zusammenspiel ‍kirchlichen ‍Lebens.


‍Hier ‍beziehe ‍ich ‍mich ‍auf ‍den ‍Organismusgedanken, ‍der ‍bei ‍Paulus ‍im ‍Bild ‍vom ‍Leib ‍und ‍den ‍vielen ‍Gliedern ‍(Röm.12,3-8) ‍seinen ‍Ausdruck ‍findet. ‍Wir ‍sind ‍als ‍Kirche ‍in ‍unserem ‍Gestaltungsraum ‍Hamburg-Ost ‍ein ‍großer ‍Organismus. ‍Und ‍auch ‍wenn ‍wir ‍an ‍unterschiedlichen ‍Enden ‍arbeiten ‍und ‍gestalten, ‍so ‍sind ‍wir ‍doch ‍aufeinander ‍bezogen. ‍Je ‍größer ‍der ‍Organismus ‍aber ‍ist, ‍desto ‍stärker ‍muss ‍das ‍Herz ‍schlagen, ‍um ‍den ‍Blutkreislauf ‍aufrecht ‍zu ‍erhalten, ‍damit ‍die ‍schwächsten ‍Glieder ‍am ‍Rand ‍nicht ‍absterben ‍und ‍irgendwann ‍amputiert ‍werden ‍müssen.


‍Die ‍Fusionsgedanken ‍und ‍die ‍Gremien, ‍die ‍diese ‍formulieren ‍und ‍gestalten, ‍haben ‍für ‍mich ‍diese ‍Herzschlagfunktion. ‍Und ‍die ‍Kommunikation ‍in ‍die ‍einzelnen ‍Teile ‍hinein ‍ist ‍der ‍Blutkreislauf. ‍Dazu ‍bedarf ‍es ‍auch ‍starker ‍Nerven. ‍Erst ‍wenn ‍alle ‍wirklich ‍Anteil ‍daran ‍haben ‍und ‍auch ‍die ‍Bedürfnisse ‍aller ‍Teile ‍wahrgenommen ‍und ‍gehört ‍werden, ‍gelingt ‍das ‍Unternehmen ‍eines ‍so ‍großen ‍Organismus, ‍wie ‍er ‍zukünftig ‍angestrebt ‍wird. ‍


‍Dem ‍steht ‍aber ‍die ‍Behauptung ‍entgegen, ‍dass ‍viele ‍Strukturen ‍momentan ‍„nur ‍die ‍Kirchenkreisebene ‍beträfen“ ‍entgegen. ‍Wenn ‍das ‍wirklich ‍so ‍gemeint ‍ist, ‍kann ‍ich ‍verstehen, ‍warum ‍sich ‍das ‍Gefühl ‍vermittelt, ‍dass ‍Gemeinden ‍von ‍diesem ‍Prozess ‍weitestgehend ‍abgekoppelt ‍sind.

‍Es ‍wurde ‍mehrfach ‍behauptet, ‍„für ‍die ‍Gemeinde ‍würde ‍sich ‍doch ‍gar ‍nicht ‍verändern, ‍sogar ‍die ‍Zuweisungen ‍würden ‍stabil ‍bleiben.“


‍Propst ‍Bollmann ‍unterlief ‍sogar ‍der ‍Ausspruch: ‍„Auch ‍im ‍zukünftigen ‍Kirchenkreis ‍würden ‍die ‍Gemeinde ‍noch ‍Zuweisungen ‍bekommen“, ‍was ‍viele ‍meiner ‍Sitznachbarinnen ‍und ‍Nachbarn ‍mit ‍Gelächter ‍und ‍Kopfschütteln ‍vermerkten. ‍Zitat: ‍„Das ‍war ‍wohl ‍der ‍wichtigste ‍Satz ‍des ‍Abends“.


‍Meine ‍zweite ‍These: ‍

‍Der ‍Organismus ‍des ‍Kirchenkreises ‍Hamburg–Ost ‍lebt ‍weitestgehend ‍von ‍denselben ‍Ressourcen. ‍

‍Zumindest ‍was ‍die ‍Kirchensteuerzuweisungen ‍angeht, ‍leben ‍die ‍unterschiedlichen ‍Funktionsebenen ‍von ‍denselben ‍Ressourcen. ‍Inhaltliche ‍und ‍strukturelle ‍Veränderungen ‍haben ‍Auswirkungen ‍auf ‍diese ‍Ressourcenverteilung. ‍


‍Die ‍angedachten ‍Strukturveränderungen ‍haben ‍direkte ‍Auswirkungen ‍auf ‍die ‍Gemeinden. ‍Und ‍das ‍in ‍jedem ‍der ‍drei ‍Kirchenkreise ‍unterschiedlich ‍je ‍nach ‍gegenwärtig ‍geltender ‍Finanzsatzung ‍und ‍Zuweisungspraxis.


‍Nebenbei: ‍Nicht ‍jede ‍Gemeinde ‍hat ‍die ‍Möglichkeit ‍Drittmittel ‍oder ‍Spenden ‍im ‍großen ‍Stil ‍einzunehmen. ‍Gerade ‍Gemeinden ‍in ‍sozialen ‍Brennpunkten ‍müssen ‍um ‍diese ‍Mittel ‍kämpfen. ‍Aus ‍dieser ‍Sicht ‍heraus ‍ist ‍es ‍fraglich, ‍warum ‍gerade ‍die ‍Hauptkirchen ‍besonders ‍mit ‍Finanzmitteln ‍ausgestattet ‍werden. ‍Natürlich ‍haben ‍sie ‍meist ‍eine ‍kleine ‍Zahl ‍von ‍Gemeindegliedern ‍und ‍dementsprechend ‍kleine ‍Zuweisungszahlen. ‍


‍Aber, ‍und ‍das ‍wird ‍zukünftig ‍verstärkt ‍die ‍Frage ‍sein: ‍Haben ‍nicht ‍gerade ‍unsere ‍Hauptkirchen ‍einen ‍Standort- ‍und ‍Prestigevorteil? ‍Haben ‍sie ‍aufgrund ‍ihrer ‍Werbewirksamkeit ‍nicht ‍ganz ‍andere ‍Möglichkeiten ‍Spenden ‍und ‍Stiftungen ‍zu ‍akquirieren? ‍Und ‍nehmen ‍Sie ‍durch ‍die ‍größere ‍Publikumswirksamkeit ‍nicht ‍viel ‍mehr ‍Eintrittsgelder ‍und ‍Spenden ‍„en ‍passent“ ‍ein, ‍die ‍anderen ‍Gemeinden ‍nicht ‍möglich ‍sind? ‍Kurz: ‍Muss ‍die ‍Funktion ‍der ‍Hauptkirchen ‍mit ‍ihren ‍fraglos ‍besonderen ‍Aufgaben ‍in ‍der ‍Stadt ‍tatsächlich ‍vermehrt ‍aus ‍Kirchensteuermitteln ‍finanziert ‍werden? ‍


‍Meine ‍dritte ‍These:

‍Die ‍Nordelbischen ‍Vorgaben ‍im ‍Fusionsprozess ‍sind ‍nicht ‍starr ‍sondern ‍sie ‍werden ‍je ‍nach ‍inhaltlicher ‍Ausrichtung ‍von ‍den ‍Kirchenkreisen ‍gestaltet ‍und ‍umgesetzt.


‍Während ‍des ‍Hearings ‍wurde ‍immer ‍wieder ‍gesagt: ‍„Das ‍sei ‍Nordelbische ‍Vorgabe!“ ‍Mit ‍zunehmender ‍Dauer ‍des ‍Abends ‍hat ‍mich ‍dieser ‍gebetsmühlenartige ‍Satz ‍verärgert. ‍Und ‍als ‍Vertreter ‍einer ‍Gemeinde ‍habe ‍ich ‍die ‍Frage, ‍wie ‍der ‍zukünftige ‍Kirchenkreis ‍diese ‍Vorgaben ‍umsetzen ‍will. ‍Und ‍welche ‍Auswirkungen ‍sie ‍haben. ‍


‍Beispiel: ‍Vorgabe ‍Baurücklage


‍In ‍Zukunft ‍wird ‍eine ‍Kirchenkreisbaurücklage ‍angelegt ‍werden ‍müssen. ‍Das ‍bedeutet, ‍sie ‍wird ‍von ‍der ‍Kirchensteuerzuweisung ‍abgezogen ‍werden ‍müssen. ‍Außerdem ‍wird ‍es ‍eine ‍Bauabteilung ‍(wie ‍groß? ‍Mit ‍welcher ‍Ausstattung?) ‍geben ‍(müssen). ‍


‍Dazu ‍wurde ‍gesagt: ‍„Bauerhaltung ‍sei ‍Gemeindeaufgabe. ‍Da ‍wo ‍Gemeinden ‍das ‍nicht ‍mehr ‍leisten ‍können, ‍würde ‍der ‍Kirchenkreis ‍sie ‍unterstützen.“


‍So ‍weit ‍so ‍gut. ‍Aber ‍wie ‍ist ‍der ‍Gesamtgebäudebestand ‍in ‍Hamburg-Ost? ‍Und ‍wie ‍steht ‍es ‍mit ‍der ‍Möglichkeit ‍der ‍Gemeinden, ‍ihre ‍Gebäude ‍selbst ‍dauerhaft ‍erhalten ‍zu ‍können? ‍Wie ‍ist ‍es ‍mit ‍der ‍inhaltlichen ‍Auseinandersetzung ‍um ‍kirchliche ‍Bauten ‍als ‍wichtige ‍Symbole ‍in ‍Hamburg, ‍ihrer ‍Erhaltungswürdigkeit ‍und ‍dem ‍Zusammenspiel ‍mit ‍dem ‍Denkmalschutz ‍sowie ‍der ‍Stadt ‍Hamburg ‍oder ‍dem ‍Land ‍Schleswig-Holstein. ‍Aus ‍meiner ‍oben ‍geschilderten ‍Erfahrung ‍ist ‍das ‍ein ‍riesiger ‍und ‍kostenintensiver ‍Faktor, ‍der ‍uns ‍in ‍Zukunft ‍in ‍Diskussionen ‍und ‍Konflikte ‍um ‍Ressourcen ‍und ‍Standorte ‍(Glieder ‍am ‍Leib) ‍bringen ‍wird.


‍Wurde ‍sich ‍über ‍eine ‍Größenordnung ‍dieses ‍Komplexes ‍Gedanken ‍gemacht? ‍Und ‍wenn ‍ja, ‍wie ‍groß ‍wird ‍der ‍zukünftige ‍Vorwegabzug ‍dafür ‍ganz ‍grob ‍und ‍ungefähr ‍sein? ‍Wie ‍wird ‍der ‍Kirchenkreis ‍agieren, ‍wenn ‍die ‍Gemeinden ‍größtenteils ‍ihre ‍Gebäude ‍nicht ‍mehr ‍selbst ‍sanieren ‍bzw. ‍erhalten ‍können?


‍Auf ‍diese ‍Fragen ‍gab ‍es ‍keine ‍Antwort. ‍Vielleicht ‍ist ‍das ‍zum ‍gegenwärtigen ‍Zeitpunkt ‍auch ‍gar ‍nicht ‍möglich. ‍Dann ‍hätte ‍ich ‍aber ‍zumindest ‍einen ‍Satz ‍erwartet, ‍der ‍deutlich ‍gemacht ‍hätte, ‍wir ‍sind ‍am ‍Ball. ‍Uns ‍ist ‍das ‍bewusst. ‍Wir ‍wissen, ‍dass ‍euch ‍das ‍unter ‍den ‍Nägeln ‍brennt. ‍So ‍bin ‍ich ‍aber ‍mit ‍dem ‍Gefühl ‍gegangen, ‍für ‍unsere ‍Fragen ‍gibt ‍es ‍kein ‍konkretes ‍Gegenüber. ‍Die ‍Verantwortlichen ‍verstecken ‍sich ‍hinter ‍den ‍Nordelbischen ‍Vorgaben. ‍Schade: ‍Hier ‍wurde ‍die ‍Chance ‍der ‍Profilierung ‍und ‍Standortbestimmung ‍der ‍Leitungsebene ‍vertan!


‍Meine ‍vierte ‍These:

‍In ‍der ‍größenmäßigen ‍Ausweitung ‍seiner ‍inhaltlichen ‍Kompetenzen ‍verändert ‍der ‍zukünftige ‍Kirchenkreis ‍sein ‍Selbstverständnis. ‍Es ‍gibt ‍einen ‍„Paradigmenwechsel“.


‍Im ‍Hearing ‍habe ‍ich ‍mein ‍Gefühl ‍mit ‍dem ‍Wort ‍„Paradigmenwechsel“ ‍beschrieben. ‍Das ‍wurde ‍von ‍Dir, ‍Matthias, ‍in ‍der ‍ersten ‍Gruppenrunde ‍und ‍von ‍Propst ‍Liebig ‍im ‍Abschlussplenum ‍verneint. ‍Mit ‍anderen ‍Worten ‍habe ‍ich ‍diesen ‍Paradigmenwechsel ‍aber ‍im ‍Reader ‍gefunden. ‍


‍Zitat: ‍„Die ‍Notwendigkeit, ‍Leitungsstrukturen ‍für ‍die ‍zukünftigen ‍Kirchenkreise ‍neu ‍zu ‍bedenken, ‍ist ‍zunächst ‍durch ‍die ‍Größe ‍der ‍zukünftigen ‍Kirchenkreise ‍aufgrund ‍der ‍Neugliederung ‍des ‍Kirchengebietes ‍verursacht. ‍Sie ‍steht ‍aber ‍ebenfalls ‍im ‍Zusammenhang ‍mit ‍der ‍inhaltlichen ‍und ‍strukturellen ‍Neuausrichtung ‍des ‍gesamten ‍Reformprozesses.“  (Reader, ‍Seite ‍36) ‍Und: ‍„Der ‍Kirchenkreisvorstand ‍hat ‍die ‍Aufgabe, ‍strategische ‍Entscheidungen ‍zu ‍treffen.“ ‍(Seite ‍47, ‍Hervorhebung ‍von ‍mir). ‍Weiter: ‍„Das ‍komplexe ‍und ‍auf ‍Professionalität ‍ausgerichtete ‍Leitungsmodell…“ ‍(Ebd.) ‍


‍Wie ‍kann ‍dieses ‍Leitungsmodell ‍umgesetzt ‍werden? ‍


‍Zitat: ‍„Eine ‍Antwort ‍auf ‍diese ‍Anforderung ‍ist ‍die ‍Ausdifferenzierung ‍der ‍Leitungsstrukturen ‍mit ‍Stabstellen ‍und ‍Spezialfunktionen.“ ‍(Seite ‍39)


‍Natürlich ‍hatte ‍der ‍Kirchenkreis ‍Stormarn ‍auch ‍in ‍der ‍Vergangenheit ‍verfassungsgemäß ‍immer ‍inhaltliche ‍Aufgaben ‍und ‍übergemeindliche ‍Arbeitsfelder. ‍Und ‍das ‍war ‍und ‍ist ‍auch ‍gut ‍so.  Aber ‍nun ‍erscheinen  in ‍der ‍zukünftigen ‍Finanzsatzung ‍der ‍Gemeinschaftsanteil, ‍der ‍Kirchenkreisanteil ‍und ‍der ‍Gemeindeanteil ‍in ‍gleichgewichtigen ‍Blöcken ‍untereinander. ‍Wobei ‍der ‍Gemeindeanteil ‍ganz ‍unten ‍auftaucht. ‍Das ‍mag ‍Zufall ‍sein. ‍Aber ‍es ‍ist ‍eben ‍auch ‍ein ‍Ausdruck ‍des ‍Gefühls, ‍das ‍sich ‍bei ‍mir ‍immer ‍mehr ‍verdichtet: ‍Die ‍Gemeinden ‍sind ‍nicht ‍wirklich ‍im ‍Blick. ‍Die ‍Kirchenkreisebene ‍in ‍Verwaltung ‍und ‍Steuerung ‍sowie ‍die ‍Dienste ‍und ‍Werke ‍haben ‍sich ‍von ‍den ‍Gemeinden ‍abgekoppelt ‍und ‍überplanen ‍- ‍ganz ‍zugespitzt ‍formuliert ‍– ‍ihren ‍Kirchenkreis. ‍


‍Die ‍Gemeinden ‍werden ‍nicht ‍als ‍gleichwertiges ‍Gegenüber ‍im ‍Fusionsprozess ‍verstanden. ‍Ihre ‍vorhandenen ‍Kompetenzen ‍vor ‍Ort ‍und ‍der ‍direkte ‍Kontakt ‍zu ‍den ‍Mitgliedern ‍unserer ‍Kirche ‍und ‍den ‍Menschen ‍der ‍Region ‍haben ‍kein ‍entsprechendes ‍Gewicht. ‍Inhaltlich ‍bekommen ‍sogenannte ‍Stabstellen ‍und ‍Spezialfunktionen ‍eine ‍neue ‍bzw. ‍veränderte ‍Leitungsfunktion. ‍In ‍seinem ‍Abschlussstatement ‍hat ‍Theo ‍Christiansen ‍diese ‍Gemeindefunktionen ‍gar ‍nicht ‍im ‍Blick, ‍wenn ‍er ‍„Polizeistationen, ‍Ämter ‍usw.“ ‍als ‍Institutionen ‍beschreibt, ‍die ‍gesellschaftliche ‍Realität ‍besser ‍wahrnehmen ‍würden ‍als ‍die ‍Kirche, ‍die ‍Zitat: ‍„Keine ‍Antworten ‍auf ‍relevanten ‍gesellschaftlichen ‍Fragestellungen ‍hätten“. ‍Dem ‍möchte ‍ich ‍widersprechen. ‍Gerade ‍die ‍Kirchengemeinden ‍sind ‍vor ‍Ort ‍entscheidende ‍Gesprächspartner ‍und ‍leben ‍am ‍Puls ‍der ‍gesellschaftlichen ‍Entwicklungen. ‍Zumindest ‍in ‍Mümmelmannsberg ‍gibt ‍es ‍ein ‍dichtes ‍Netzwerk ‍der ‍Institutionen, ‍in ‍dem ‍die ‍Gemeinde ‍ein ‍integraler ‍Bestandteil ‍ist. ‍Seelsorge, ‍Diakonie ‍und ‍Gottesdienste ‍sind ‍grundsätzlich ‍darauf ‍bezogen. ‍Wo ‍wird ‍diese ‍Kompetenz ‍kirchlicherseits ‍abgefragt? ‍Oder ‍ist ‍Gemeinde ‍vor ‍Ort ‍so ‍selbstverständlich, ‍dass ‍sie ‍nicht ‍mehr ‍der ‍Rede ‍wert ‍ist?


‍Zur ‍hier ‍von ‍Ihnen ‍gewählten ‍Funktionsbeschreibung ‍„Stab“ ‍sei ‍kurz ‍mit ‍Wikipedia ‍verglichen. ‍Dort ‍steht ‍u.a.: ‍Stichwort ‍„Stab“: ‍„Gremium ‍zur ‍Führung ‍einer ‍hierarchischen ‍Organisation.“ ‍Und ‍Stichwort ‍„Verwaltungsstab“: ‍„Der ‍Verwaltungsstab ‍ist ‍der ‍Teil ‍einer ‍Organisation, ‍der ‍die ‍Entscheidungen ‍des ‍Führungsstabes ‍umsetzt ‍sowie ‍die ‍laufende ‍Verwaltung  innehat, ‍also ‍den ‍Herrschaftsbetrieb ‍in ‍seiner ‍äußeren ‍Erscheinung ‍repräsentiert ‍und ‍leitet.“ ‍(Zitate: ‍Wikipedia, ‍Stand: ‍9.10.2007) ‍


‍Meine ‍Befürchtung ‍ist, ‍dass ‍sich ‍die ‍Leitungsverständnisse ‍einer ‍professionalisierten ‍Leitung ‍im ‍Kirchenkreisvorstand ‍im ‍Zusammenspiel ‍mit ‍Stabstellen ‍einerseits ‍und ‍der ‍gewollte ‍ehrenamtliche ‍Anteil ‍in ‍den ‍Gemeinden ‍und ‍Kirchenvorständen ‍andererseits ‍in ‍Zukunft ‍vermehrt ‍kontrovers ‍entgegenstehen ‍werden. ‍


‍Die ‍Diskussion ‍um ‍Mitarbeitende ‍in ‍den ‍Vorständen ‍und ‍Gremien ‍will ‍ich ‍hier ‍nur ‍andeuten. ‍Sie ‍zeigt ‍aber, ‍dass ‍hier ‍ein ‍neuralgischer ‍Punkt ‍(von ‍der ‍Leitungsebene ‍ungewollt!?!) ‍in ‍die ‍Öffentlichkeit ‍gekommen ‍ist ‍und ‍sofort ‍Auswirkungen ‍auf ‍die ‍Synodenentscheidung ‍der ‍Nordelbsichen ‍Synode ‍gehabt ‍hat. ‍


‍Hier ‍beobachte ‍ich ‍ein ‍sich ‍veränderndes ‍Kirchen-, ‍Leitungs- ‍und ‍Demokratieverständnis. ‍Der ‍Zuschnitt ‍der ‍neuen ‍Kirchenkreissynode ‍ist ‍deshalb ‍keine ‍Marginalie. ‍Das ‍Synodenverständins ‍greift ‍tief ‍in ‍die ‍Kommunikations- ‍und ‍Entscheidungsstrukturen ‍des ‍zukünftigen ‍Kirchenkreises ‍ein. ‍Das ‍gilt ‍es ‍inhaltlich ‍– ‍nicht ‍zahlenmäßig ‍– ‍zu ‍bedenken. ‍Die ‍sogenannte ‍„Arbeitsfähigkeit“ ‍ist ‍nur ‍dann ‍ein ‍ausschlaggebendes ‍Kriterium ‍für ‍die ‍Synodengröße, ‍wenn ‍gewährleistet ‍ist, ‍dass ‍wirklich ‍alle ‍Ebenen ‍des ‍zukünftigen ‍Kirchenkreises ‍an ‍dieser ‍Stelle ‍mitarbeiten ‍können ‍oder ‍zumindest ‍konstitutiv ‍in ‍den ‍gegenseitigen ‍Informationsfluss ‍integriert ‍sind. ‍


‍Meine ‍fünfte ‍These:

‍Kirchenkreis(e) ‍sowie ‍Dienste ‍und ‍Werke ‍haben ‍im ‍Fusionsprozess ‍inhaltliche, ‍finanzielle ‍und ‍personelle ‍Ressourcen ‍– ‍Die ‍Gemeinden ‍nicht.


‍Zitat: ‍„Die ‍Kirche ‍hat ‍sich ‍in ‍den ‍jeweiligen ‍Kontexten ‍so ‍zu ‍strukturieren, ‍dass ‍sie ‍in ‍der ‍Gesellschaft ‍wirksam ‍vertreten ‍ist. ‍Die ‍Identität ‍entsteht ‍dadurch, ‍dass ‍in ‍einem ‍Kirchenkreis ‍für ‍einen ‍bestimmten ‍gesellschaftlichen ‍Kontext ‍gemeinsame ‍Ideen ‍und ‍Aufgaben, ‍ein ‍gemeinsamer ‍Geist, ‍gemeinsame ‍Visionen, ‍ein ‍gemeinsames ‍Profil ‍und ‍eine ‍Kirchenkreiskultur ‍entstehen ‍und ‍sich ‍dadurch ‍die ‍Kirche ‍einheitlich ‍repräsentiert.“ ‍(Seite ‍39)


‍Ein ‍hohes ‍Ziel ‍wird ‍hier ‍gesetzt. ‍Ich ‍erachte ‍dieses ‍Ziel ‍als ‍lohnenswerte ‍Vorgabe. ‍Aber ‍leider ‍ist ‍es ‍im ‍Reader ‍auf ‍der ‍Ebene ‍der ‍Leitung ‍angesiedelt. ‍Durch ‍Leitung ‍allein ‍wird ‍Identität ‍aber ‍nicht ‍entstehen ‍oder ‍wachsen. ‍Identität ‍ist ‍in ‍einem ‍so ‍großen ‍Kirchenkreis ‍gerade ‍auch ‍das ‍Bewusstsein ‍der ‍Verschiedenheit, ‍das ‍Wissen ‍um ‍die ‍verschiedenen ‍Glieder ‍am ‍Leib ‍Christi. ‍Gemeinsamkeit ‍kann ‍dann ‍nur ‍in ‍einem ‍Kennenlern- ‍und ‍Kommunikationsprozess ‍entstehen. ‍Diesen ‍zu ‍initiieren ‍und ‍möglichst ‍breit ‍anzulegen, ‍scheint ‍mir ‍immer ‍noch ‍vorrangig ‍wichtig ‍zu ‍sein. ‍Gegenwärtig ‍sind ‍die ‍Gemeinden ‍hier ‍nicht ‍in ‍der ‍Lage ‍teilzunehmen. ‍Die ‍Steuerung ‍des ‍Fusionsprozesses ‍ist ‍daraufhin ‍offensichtlich ‍nicht ‍angelegt.


‍Das, ‍was ‍auf ‍Verwaltungs- ‍und ‍Leitungsebene ‍sowie ‍bei ‍den ‍Diensten ‍und ‍Werken ‍einen ‍(breiten) ‍zeitlichen ‍Raum ‍und ‍auch ‍personelle ‍sowie ‍finanzielle ‍Ausstattung  hat, ‍kann ‍in ‍den ‍Gemeinden ‍und ‍Regionen ‍nur ‍schwer ‍koordiniert ‍werden. ‍Das ‍liegt ‍teilweise ‍in ‍der ‍Natur ‍der ‍Sache, ‍aber ‍teilweise ‍auch ‍in ‍der ‍Organisation ‍der ‍Fusionsbemühungen ‍an ‍sich. ‍Und ‍so ‍ist ‍es ‍nicht ‍verwunderlich, ‍dass ‍die ‍Gemeindeebene ‍sowohl ‍im ‍Reader ‍als ‍auch ‍im ‍Hearing ‍nicht ‍angemessen ‍zu ‍Wort ‍kommt ‍oder ‍bedacht ‍wird. ‍


‍Wenn ‍dann ‍auch ‍noch ‍die ‍Zusammensetzung ‍der ‍zukünftigen ‍Kirchenkreissynode ‍wegen ‍der ‍Rahmenbedingungen ‍so ‍sein ‍wird, ‍dass ‍nicht ‍mehr ‍jede ‍Gemeinde ‍vertreten ‍sein ‍wird, ‍braucht ‍es ‍(wie ‍oben ‍beschrieben) ‍eine ‍Kommunikationsstruktur, ‍die ‍nicht ‍von ‍oben ‍nach ‍unten ‍hierarchisch ‍dirigiert ‍und ‍mitteilt, ‍sondern ‍auch ‍in ‍der ‍Breite ‍den ‍Austausch ‍ermöglicht. ‍Der ‍Wille ‍dazu ‍scheint ‍mir ‍nicht ‍einmal ‍ansatzweise ‍vorhanden ‍zu ‍sein.


‍Als ‍Internetinteressierter ‍Mensch ‍lese ‍ich ‍www.zudritt.de. ‍Hier ‍könnte ‍ein ‍Gästebuch ‍oder ‍ein ‍Diskussionsforum ‍einen ‍Meinungsaustausch ‍möglich ‍und ‍abfragbar ‍machen. ‍Vergleichbar ‍verhält ‍es ‍sich ‍mit ‍der ‍Stormarner ‍Internetseite: ‍www.kkstormarn.de ‍. ‍Dabei ‍wäre ‍diese ‍einfache ‍Maßnahme ‍mit ‍wenigen ‍Klicks ‍umsetzbar.


‍Meine ‍sechste ‍These:

‍In ‍Zukunft ‍werden ‍verstärkt ‍die ‍Finanzverteilung ‍und ‍der ‍Vorwegabzug ‍die ‍entscheidende ‍Rolle ‍für ‍die ‍Gemeinden ‍und ‍damit ‍für ‍die ‍Gestaltungsräume ‍der ‍Kirche ‍vor ‍Ort ‍spielen.


‍Das ‍ist ‍eigentlich ‍eine ‍Binsenweisheit. ‍Aber ‍gerade ‍dadurch ‍wird ‍sie ‍relevant, ‍denn ‍diese ‍Verteilung ‍wird ‍zwar ‍im ‍gegenwärtigen ‍Prozess ‍inhaltlich ‍bestimmt, ‍aber ‍letztlich ‍nicht ‍mit ‍tragfähigen ‍Rahmendaten ‍versehen.


‍Die ‍Gemeinden ‍im ‍Kirchenkreis ‍Stormarn ‍erhalten ‍für ‍die ‍Haushaltsjahre ‍2008/2009 ‍zwar ‍einen ‍stabilen ‍fortgeschriebenen ‍Zuweisungsanteil. ‍Und ‍auch ‍darüber ‍hinaus ‍soll ‍der ‍Kirchensteueranteil ‍(ca. ‍die ‍nächsten ‍5 ‍Jahre ‍verlässlich ‍sein). ‍Unter ‍§5 ‍in ‍der ‍Finanzsatzung ‍wir ‍der ‍Gemeindeanteil ‍dargestellt. ‍Es ‍wird ‍eine ‍Summe ‍aus ‍(60%) ‍Gemeindeglieder ‍der ‍Kirchengemeinde ‍durch ‍Gemeindeglieder ‍des ‍Kirchenkreises ‍plus ‍(40%) ‍Bevölkerung ‍der ‍Kirchengemeinde ‍durch ‍Bevölkerung ‍des ‍Kirchenkreises ‍geben. ‍So ‍setzen ‍sich ‍zukünftig ‍100% ‍zusammen. ‍Was ‍bedeuten ‍diese ‍100% ‍nominal? ‍Was ‍bleibt ‍wirklich ‍übrig, ‍wenn ‍der ‍Kirchenkreisanteil, ‍der ‍Gemeinschaftsanteil ‍usw. ‍abgezogen ‍worden ‍ist?

‍Werden ‍Gemeinden ‍damit ‍zukünftig ‍noch ‍haushalten ‍können? ‍Wird ‍damit ‍noch ‍profilierte ‍Arbeit ‍der ‍Gemeinde ‍vor ‍Ort ‍möglich ‍sein? ‍Oder ‍ist ‍es ‍dann ‍vielmehr ‍so, ‍dass ‍der ‍Kirchenkreis ‍hier ‍aktiv ‍werden ‍wird ‍und ‍eigentlich ‍gemeindliche ‍Aufgaben ‍steuert? ‍


‍Meine ‍siebte ‍These:

‍Die ‍Form ‍des ‍Hearings ‍spiegelt ‍das ‍unklare ‍Verhältnis ‍von ‍Kirchenkreis- ‍und ‍Gemeindeebene ‍wider. ‍


‍Nach ‍dem ‍Lesen ‍des ‍Readers ‍hatte ‍ich ‍viele ‍Fragen ‍und ‍Sorgen. ‍Außerdem ‍war ‍ich ‍richtig ‍gespannt, ‍wie ‍die ‍Diskussionen ‍verlaufen ‍würden? ‍Der ‍ausdrückliche ‍Anspruch ‍der ‍Vorbereitenden ‍war: ‍„Hearing“ ‍- ‍also ‍zuhören.  


‍Die ‍Struktur ‍und ‍die ‍Redeanteile ‍waren ‍aber ‍anders ‍gewählt: ‍Zuerst ‍Monolog. ‍Dann ‍zweimal ‍in ‍den ‍Gruppen: ‍Frage ‍– ‍Antwort ‍(die ‍Antwortzeiten ‍haben ‍zumindest ‍in ‍meinen ‍Gruppen ‍die ‍der ‍Fragen ‍übertroffen). ‍Und ‍wieder ‍Monolog. ‍


‍War ‍ein ‍Gespräch ‍wirklich ‍gewünscht? ‍Und ‍wie ‍hätte ‍es ‍in ‍diesem ‍Rahmen ‍gehen ‍können? ‍Wie ‍soll ‍es ‍jetzt ‍ein ‍Feedback ‍in ‍die ‍Gemeinden ‍und ‍zurück ‍in ‍die ‍Kirchenkreisebenen ‍geben? ‍Und ‍wie ‍sollen ‍die ‍Anregungen ‍aus ‍den ‍Gemeinden ‍tatsächlich ‍bis ‍zum ‍Januar ‍2008 ‍für ‍die ‍Übergangsvereinbarung ‍aufgegriffen ‍werden?


‍So ‍war ‍es ‍der ‍Struktur ‍nach ‍ein ‍Hearing ‍im ‍umgekehrten ‍Sinn: ‍Ein ‍„Listening“ ‍- ‍eine ‍Infoveranstaltung ‍über ‍den ‍Stand ‍der ‍Dinge. ‍Das ‍ist ‍gut ‍und ‍schön. ‍Größtenteils ‍hatte ‍ich ‍das ‍alles ‍aber ‍schon ‍im ‍Vorfeld ‍gelesen ‍und ‍mir ‍per ‍Reader ‍angeeignet. ‍Darin ‍stand: ‍„Dieser ‍Reader ‍dient ‍der ‍Vorbereitung ‍für ‍die ‍Diskussion ‍auf ‍dem ‍Hearing…“  (Seite ‍5). ‍Leider ‍gab ‍es ‍dafür ‍keinen ‍ausreichenden ‍Raum. ‍


‍Zum ‍Schluss

‍Hier ‍breche ‍ich ‍meine ‍Gedanken ‍ab. ‍Ich ‍möchte ‍das ‍nicht ‍als ‍bösartige ‍Kritik ‍verstanden ‍wissen ‍und ‍niemanden ‍persönlich ‍angreifen. ‍Ganz ‍im ‍Gegenteil: ‍Mir ‍ist ‍bewusst, ‍was ‍für ‍eine ‍Arbeit ‍und ‍welch ‍Engagement ‍in ‍diesen ‍ganzen ‍Prozessen ‍steckt. ‍Es ‍war ‍mir ‍aber ‍ein ‍Anliegen, ‍Ihnen ‍mein ‍ganz ‍persönliches ‍Feedback ‍zu ‍geben. ‍Nicht ‍mit ‍dem ‍Ziel ‍alles ‍schlecht ‍zu ‍reden, ‍sondern ‍meiner ‍Sorge ‍um ‍das ‍Funktionieren ‍des ‍zukünftigem ‍großen ‍Organismus ‍Kirchenkreis ‍Hamburg-Ost ‍Ausdruck ‍zu ‍geben. ‍


‍So ‍verstehe ‍ich ‍dies ‍als ‍einen ‍Beitrag ‍zur ‍inneren ‍Kommunikation.


‍Mit ‍freundlichen ‍Grüßen ‍

‍Michael ‍Ostendorf

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