Das Herz der Kastanie 

Baumfällung bei Pastorat

Das Herz der Kastanie - Pastorat Allermöhe-Reitbrook

Am Tage der Baumfällung: 22.2.2016 

Handyfoto: Michael Ostendorf

Für viele Menschen in Allermöhe und Reitbrook ist die Kastanie zwischen dem Pastorat und dem Gemeindehaus in Allermöhe ein echter Lebensbegleiter gewesen. Viele Kindheits- und Erwachsenenerinnerungen waren mit diesem gewaltigen und schönen Baum verbunden. Und auch mir - und uns als Familie - hat das „Herz geblutet“, als es an die Baumfällarbeiten ging. 


So ein Baum ist ein lebendiger Organismus. Jahr für Jahr und Ring für Ring hat der Stamm Wind und Wetter der Jahre in sich aufgenommen und einwachsen lassen. Und würde sie erzählen können, sie hätte reichlich Stoff gehabt, von dem, was sich um sie herum und unter ihrer Krone ereignet hat. Sie kannte die Kinder, die dort nach der Schule zum Kastaniensammeln gekommen sind. Sie hat erlebt, wie Stöcke hochgeworfen wurden, um an die schönsten und unberührten Früchte zu gelangen. Sie hat Schatten gespendet und ins Dachfenster des Pastorats geschaut. Sie hat das eine oder andere Wort aufgeschnappt, den einen oder anderen Trost gespendet, verliebte Herzen als Tattoo bekommen und einen festen Platz in den Herzen der Menschen gehabt! Kurz: Sie hat im Leben der Gemeinde und des Dorfes einen festen Platz gehabt. 


Leider musste dieser Baum, unsere Kastanie, nun diesen Platz verlassen. In die Jahre gekommen, hat sie manch dicken Ast abgeworfen. Manch Tier und manch Krankheit hat ihr zugesetzt. Und, das sei gesagt, der Kirchengemeinderat und auch der Baumbeauftragte haben es sich mit der Entscheidung nicht leicht gemacht. Letztendlich gab es dann aber erhebliche Sicherheitsbedenken, so dass eine Entscheidung und somit auch der Baum gefällt werden musste. Ein paar Bilder Bilder habe ich gemacht. 


Eins davon sei hier gezeigt. Es zeigt das Innere, das „Herz“, der Kastanie, die uns so an Herz gewachsen war. Gerne möchte ich mich bei allen bedanken, die mich angesprochen und ihre ganz persönlichen Erfahrungen anvertraut haben!


Michael Ostendorf


Quelle: Uns Kirch 32  - Juni 2016