‍Veranstaltung: Konfirmandenwochenende 21.-23.2.2020


‍Datum: 21.-23.2.2020 

‍Treffpunkt: 17:00 Uhr an der Dreieinigkeitskirche

‍Ort: Jugendgästehaus Lütjensee - Link: JGH

‍Zum Herunterladen: Die „Speisekarte“ als PDF Datei

‍Link: Das Buch „Das Café am Rande der Welt“ bei Amazon kaufen

‍Hier mehr: Jugendgästehaus; Essen am Samstag; Gruppenrunde; Ausflug: Schloss Ahrensburg


‍Mit insgesamt 15 Personen machen wir uns auf den Weg nach Lütjensee. 12 Jugendliche und 3 Erwachsene.


‍Einleitung


‍Mit Interesse habe ich das kleine Büchlein von John Strelecky „Das Café am Rande der Welt“ gelesen, das ich auf unserem Flohmarkt für den Jugendtreff im letzten Jahr gekauft hatte.


‍Ein gestreßter Geschäftsmann möchte einmal weg von allem kommen, den Akku neu aufladen und Abstand bekommen.


‍Ins Auto gestiegen, gerät er auf dem Highway in den Stau. Es geht nicht vor noch zurück. Dann Schaft er es doch umzudrehen, fährt vom Highway ab. Es sind lange, einsame Straßen. Kaum eine Kreuzung. Er wird hungrig, ungeduldig und ängstlich. Der Tank wird bedrohlich schnell leer. 


‍Eine fast ausweglose Situation. Streß.


‍Da entdeckt er in der Ferne in Licht. Er nähert sich dem Lichtschein an und findet eine einsame Laterne.


‍Dann einen Parkplatz, auf dem ein paar Auto stehen.


‍Und - er sieht ein Café! 


‍„Das Café der Fragen, wie hellblaue Neonröhren auf dem Dach verkünden.“ 


‍Es ist Nacht, er betritt das Café. Casey, die Bedienung, begrüßt ihn und reicht ihm eine Speisekarte und stellt sich ihm vor.


‍„Hallo Casey. Ich heiße John und bin etwas vom Weg abgekommen.“


‍„Ja, das sind Sie, John“, erwiderte sie mit einem schelmischen Lächeln.“


‍Damit beginnt eine Unterhaltung. Drei Fragen auf der Speisekarte bringen John ins Grübeln.


‍„Warum bist du hier?“


‍„Führst du ein erfülltes Leben?“


‍„Hast du Angst vor dem Tod?“


‍Casey, die Bedienung, Mike, der Koch und Anne, ein Gast erzählen von ihren Erfahrungen. Dazu beschreiben sie mit Erzählungen, wie sie selbst auf den Weg gekommen sind, den Zweck der Existenz (ZdE) zu erkennen.


‍Diese Erzählungen sind durchaus bekannte weisheitliche Geschichten: „Die Grüne Meeresschildkröte“ sowie „der Fischer und der Geschäftsmann“.


‍Mit diesen Erzählungen wollen wir uns beschäftigen und sie mit zwei Bibelegeschichten in Beziehung setzen.


‍Die Erzählung von der Sturmstillung (Lukas 8,22-25) und die Erzählung vom reichen Kornbauern (Lukas 12,16-21).




‍Die Erzählung der großen grünen Meeresschildkröte

‍Quelle: Das Café am Rande der Welt, John Strelecky, dtv, 36. Auflage 2017


‍„So seltsam es sich auch anhören mag“, begann Casey, „eine der wichtigsten Lebenslehren in Bezug darauf, welche Dinge ich jeden Tag tue, hat mir eine grosse grüne Meeresschildkröte vermittelt.“


‍„Was hat sie Ihnen denn gesagt?“, fragte ich und konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken.


‍„Lustig, nicht wahr?“, meinte Casey und lächelte zurück. „Sie hat mir eigentlich nichts ‚gesagt‘, aber trotzdem habe ich eine ganze Menge von ihr gelernt. Während eines Urlaubs auf Hawaii schnorchelte ich einmal an der Küste entlang. Der Tag war bereits spektakulär gewesen, da ich zum ersten Mal in meinemLeben einen gepunkteten Aal sowie einen Tintenfisch gesehen hatte. Darüber hinaus gab es Tausende von Fischen in allen erdenklichen Farben, vom auffällig leuchtenden Neonblau bis zum tiefsten Rotton.


‍Ich war zirka 30 Meter vom Strand entfernt und tauchte gerade an einigen grossen Felsen hinunter, als ich rechts von mir eine grosse grüne Meeresschildkröte erblickte, die neben mir herschwamm. Ich hatte bisher noch nie eine in der freien Natur gesehen und war daher ausser mir vor Freude. Ich tauchte zur Oberfläche hoch, pustete das Wasser aus meinem Schnorchel und liess mich auf dem Wasser treiben, um sie zu beobachten.


‍Die Meeresschildkröte befand sich genau unter mir und schwamm vom Ufer fort. Ich entschloss mich, an der Oberfläche zu bleiben und sie eine Weile zu beobachten. Verblüfft stellte ich fest, dass es mir nicht gelang, so schnell voranzukommen wie sie, obwohl es so aussah, als würde sie sich ziemlich langsam vorwärts bewegen. Sie paddelte hin und wieder mit den Flossen, um sich dann einfach wieder im Wasser treiben zu lassen. Ich trug Schwimmflossen, die mir einen kraftvollen Vorwärtsschub verliehen. Ausserdem wurde meine Bewegung nicht durch eine Schwimmweste oder etwas anderes gebremst, doch die Meeresschildkröte entfernte sich immer weiter von mir, sosehr ich auch versuchte, mit ihr mitzuhalten. Nach zirka zehn Minuten hatte sie mich abgehängt. Erschöpft, enttäuscht und etwas beschämt darüber, dass eine Schildkröte schneller war als ich, machte ich kehrt und schnorchelte zum Ufer zurück.


‍Am nächsten Tag kehrte ich, in der Hoffnung, weitere Schildkröten zu sehen, an den gleichen Ort zurück. Und tatsächlich, zirka 30 Minuten, nachdem ich ins Wasser gewatet war, sah ich einen Schwarm kleiner schwarzgelber Fische sowie eine grüne Meeresschildkröte. Ich beobachtete sie eine Weile, während sie um eine Koralle herumpaddelte und versuchte ihr zu folgen, als sie vom Ufer fortschwamm. Wieder war ich überrascht festzustellen, dass ich nicht mit ihr mithalten konnte. Als ich das bemerkte, hörte ich auf mit den Schwimmflossen zu paddeln und liess mich treiben, um sie zu beobachten. In diesem Moment vermittelte sie mir eine wichtige Lebenslehre.“


‍Casey hörte auf zu reden.


‍„Casey, Sie können an diesem Punkt nicht mit der Geschichte aufhören. Was hat sie Ihnen beigebracht?“


‍Sie lächelte mich an. „Ich dachte, Sie glauben nicht daran, dass grüne Meeresschildkröten uns etwas zu sagen haben?“


‍Ich erwiderte ihr Lächeln, „Nun, ich bezweifle nach wie vor, dass sie etwas ’sagen‘ können, aber so wie die Geschichte sich entwickelt, beginne ich langsam an die Möglichkeit zu glauben, dass sie uns etwas lehren können. Was geschah also?“


‍„Als ich mich an der Oberfläche treiben liess, fiel mir auf, dass die Schildkröte ihre Bewegungen der des Wassers anpasste. Wenn sich eine Welle auf das Ufer zubewegte und der Schildkröte ins Gesicht schwappte, liess diese sich treiben und paddelte gerade so viel um ihre Position zu halten. Und wenn die Welle wieder zum Ozean hinausströmte, paddelte sie schneller, um die Bewegung des Wassers zu ihrem Vorteil zu nutzen.


‍Die Schildkröte kämpfte nie gegen die Wellen an, sondern nutzte sie für sich.


‍Ich konnte nicht mit ihr mithalten, weil ich die ganze Zeit strampelte, egal in welche Richtung das Wasser strömte. Anfangs war das noch in Ordnung, und es gelang mir, auf gleicher Höhe mit der Meeresschildkröte zu bleiben. Ich musste meine Bewegungen sogar manchmal etwas verlangsamen. Aber je mehr ich gegen die hereinrollenden Wellen ankämpfte, desto anstrengender wurde es. Und daher hatte ich nicht genug Kraft übrig, um die zurückströmende Welle auszunutzen.


‍Während eine Welle nach der anderen zum Ufer rollte und wieder zurückströmte, wurde ich immer erschöpfter und schwamm weniger effektiv. Die grüne Meeresschildkröte dagegen passte ihre Bewegungen den Wellen optimal an und kam daher schneller vorwärts als ich.“


‍„Casey“, begann ich, „langsam finde ich Gefallen an einer guten Schildkröten-Geschichte…“ „An einer Grüne-Meeresschildkröten-Geschichte“, unterbrach sie mich freundlich.


‍„Verzeihung, an einer Grüne-Meeresschildkröten-Geschichte! Ich denke, mir gefällt eine gute Grüne-Meeresschildkröten-Geschichte genauso wie anderen Menschen. Sie gefällt mir sogar besonders gut, da ich das Meer liebe. Aber ich verstehe noch nicht, was die Geschichte damit zu tun hat, auf welche Art und Weise Menschen sich für etwas entscheiden, um ein erfülltes Leben zu führen.“


‍„Und ich hatte so grosse Hoffnungen in Sie gesetzt“, sagte Casey schmunzelnd.


‍„Okay, okay“, antworte ich, „geben Sie mir eine Minute Zeit.“ Ich dachte über die Dinge nach, die wir vor der Grüne-Meeresschildkröten-Geschichte besprochen hatten. Dann begann ich erneut zu sprechen. „Sie haben gesagt, sobald jemand weiss, warum er hier ist – sobald er seinen ZDE (Zweck der Existenz) kennt -, kann er seine Zeit damit verbringen, Dinge zu tun, die ihn erfüllen.


‍Sie sagten ausserdem, dass Menschen, die ihren ZDE nicht kennen, ihre Zeit ebenfalls mit deiner Menge von Dingen ausfüllen. Ich schloss daraus, dass sie ihre Zeit mit Dingen verbringen, die ihnen nicht dabei helfen, gemäss ihres ZDE zu leben.“


‍„So weit, so gut überlegt! Ich glaube, Sie stehen unmittelbar vor einer grösseren Erkenntnis“, sagte Casey.


‍„Da könnten sie Recht haben“, antwortete ich und schmunzelte über ihren freundlichen Sarkasmus.“Ich glaube, die Schildkröte … die grüne Meeresschildkröte … hat Folgendes gelehrt:


‍Wenn man nicht auf das ausgerichtet ist, was man gerne tun möchte, kann man seine Energie mit einer Menge anderer Dinge verschwenden. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, das zu tun, was man möchte, hat man möglicherweise nicht mehr die Kraft oder die Zeit dafür.“


‍„Sehr gut“, sagte Casey. „Und ich weiss zu schätzen, dass Sie erkannt haben, dass es sich um eine grüne Meeresschildkröte handelt, anstatt lediglich um eine Schildkröte.“


‍Die biblische Erzählung von der Sturmstillung nach Lukas 8,22-25

‍Aus der Übersetzung der Basisbibel


‍22Einmal, in diesen Tagen, stieg Jesus mit seinen Jüngern in ein Boot.

‍Er sagte zu ihnen: »Wir wollen ans andere Ufer des Sees fahren.«

‍So legten sie vom Land ab.

‍23Unterwegs schlief Jesus ein. Plötzlich wühlte ein Sturm den See auf,

‍ein Fallwind von den Bergen. Wasser schlug in das Boot und sie waren in großer Gefahr.

‍24Die Jünger gingen zu Jesus und weckten ihn.

‍Sie riefen: »Meister, Meister! Wir gehen unter!«

‍Jesus stand auf und bedrohte den Wind und die Wellen. Da hörten sie auf zu toben und es wurde ganz still.

‍25Jesus fragte die Jünger:

‍»Wo ist euer Glaube geblieben?«


‍Die Erzählung vom Fischer und dem Geschäftsmann

‍Quelle: Das Café am Rande der Welt, John Strelecky, dtv, 36. Auflage 2017


‍Die Geschichte handelt von einem Geschäftsmann, der in Urlaub fuhr, um aus dem Alltag zu entfliehen und sozusagen – seine Batterien wieder aufzuladen. Er flog weit weg in eine abgelegene Gegend und verbrachte einige Tage in einem kleinen Dorf am Meer. Ein paar Tage lang beobachtete er die Dorfgemeinschaft und stellte fest, dass ein bestimmter Fischer am glücklichsten und zufriedensten von allen wirkte. Der Geschäftsmann wollte gerne wissen, woran das lag, und so fragte er den Fischer schließlich, was er jeden Tag tat.


‍Der Mann antwortete ihm, dass er jeden Morgen nach dem Aufwachen mit seiner Frau und den Kindern frühstücke. Dann gingen seine Kinder in die Schule, er fuhr zum Fischen raus und seine Frau malte.


‍Ein paar Stunden später kam er mit genügend Fisch für die Familienmahlzeiten nach Hause und machte ein Nickerchen. Nach dem Abendessen gingen er und seine Frau am Strand spazieren und beobachteten den Sonnenuntergang, während die Kinder im Meer schwammen.

‍Der Geschäftsmann war fassungslos. „Machen Sie das jeden Tag?“ fragte er.


‍„Meistens schon“, antwortete der Fischer. „Manchmal machen wir auch andere Dinge, aber für gewöhnlich sieht mein Leben so aus.“


‍„Und Sie können jeden Tag genügend Fische fangen?“ fragte der Geschäftsmann. „Ja“, antwortete der Fischer, „es gibt viele Fische.“ „Könnten Sie mehr Fische fangen, als Sie für Ihre Familie mit nach Hause nehmen?“, erkundigte sich der Geschäftsmann weiter.

‍Der Fischer antwortete lächelnd: „Oh ja, häufig fange ich viel mehr und lasse sie dann wieder frei. Sie müssen wissen, ich liebe es zu fischen.“


‍„Aber warum fischen Sie nicht den ganzen Tag und fangen so viele Fische, wie Sie können?“, hakte der Geschäftsmann nach. „Dann könnten Sie den Fisch verkaufen und viel Geld verdienen. Schon bald könnten Sie ein zweites Boot kaufen und dann ein drittes Boot, andere Fischer beschäftigen, die ebenfalls viele Fische fangen. In ein paar Jahren könnten Sie sich ein Büro in einer großen Stadt einrichten, und ich wette, dass Sie innerhalb von zehn Jahren ein internationales Fischhandelsunternehmen aufbauen könnten.“


‍Der Fischer sah den Geschäftsmann freundlich an. „Und warum sollte ich das tun?“

‍„Nun wegen des Geldes“, antwortete der Geschäftsmann. „Sie würden es tun, um eine Menge Geld zu verdienen, und sich dann zur Ruhe zu setzen.“ „Und was würde ich dann in meinem Ruhestand tun?“, fragte der Fischer. „Na ja, was immer Sie möchten, nehme ich an“, sagte der Geschäftsmann. „Etwa mit meiner Familie frühstücken?“, „Ja, zum Beispiel“, sagte der Geschäftsmann etwas verärgert darüber, dass der Fischer sich nicht stärker für seine Idee begeisterte.


‍„Und da ich so gerne zum Fischen gehe, könnte ich, wenn ich wollte, jeden Tag ein bisschen fischen?“, fuhr der Fischer fort. „Ich wüsste nicht, was dagegen spräche“, sagte der Geschäftsmann. „Wahrscheinlich würde es dann nicht mehr so viele Fische geben, aber vermutlich wären immer noch genügend da.“


‍„Vielleicht könnte ich dann auch die Abende mit meiner Frau verbringen. Wir könnten am Strand spazieren gehen und den Sonnenaufgang beobachten, während unsere Kinder im Meer schwämmen?“, fragte der Fischer.


‍„Sicher, alles, was Sie wollen, wobei Ihre Kinder dann wahrscheinlich schon erwachsen sein dürften“, sagte der Geschäftsmann.Der Fischer lächelte ihn an, gab ihm die Hand und wünschte ihm gute Erholung.


‍Die Biblische Erzählung des reichen Kornbauers nach Lukas 12,15-21

‍Aus der Übersetzung der Basisbibel


‍15Dann sagte Jesus zu allen:

‍»Gebt acht! Hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn auch wenn jemand im Überfluss lebt: Sein Leben hängt nicht von dem ab, was er besitzt.«

‍16Dazu erzählte Jesus ihnen ein Gleichnis:

‍»Die Felder eines reichen Grundbesitzers brachten eine besonders gute Ernte.

‍17Da überlegte er:

‍›Was soll ich tun? Ich habe nicht genug Platz, um meine Ernte zu lagern.‹

‍18Schließlich sagte er sich:

‍›So will ich es machen: Ich reiße meine Scheunen ab und baue größere. Dort werde ich dann das ganze Getreide und alle meine Vorräte lagern.

‍19Und dann kann ich mir sagen:

‍Nun hast du riesige Vorräte, die für viele Jahre reichen. Gönne dir Ruhe! Iss, trink und genieße das Leben!‹

‍20Aber Gott sagte zu ihm:

‍›Wie dumm du bist! Noch in dieser Nacht werde ich dein Leben von dir zurückfordern. Wem gehört dann das, was du angesammelt hast?‹

‍21So geht es dem, der für sich selbst Schätze anhäuft – aber bei Gott nichts besitzt.«



‍Vorbereitungen am kreativ unordentlichen Schreibtisch

‍Das Café am Rande der Welt von John Strelecky - Handyfoto: Michael Ostendorf

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