Judika (5.Sonntag in der Passionszeit)


I - Joh 18, 28-19, 5 (I.Perikopenreihe, 6.4.2025)


Da führten sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium; es war früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passamahl essen könnten. 


29 Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: 

Was für eine Klage bringt ihr gegen diesen Menschen vor? 


30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: 

Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. 


31 Da sprach Pilatus zu ihnen: 

So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. 


Da sprachen die Juden zu ihm: 

Wir dürfen niemand töten. 


32 So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. 


33 Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: 

Bist du der König der Juden? 


34 Jesus antwortete: 

Sagst du das von dir aus oder haben dir's andere über mich gesagt? 


35 Pilatus antwortete: 

Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? 


36 Jesus antwortete: 

Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. 


37 Da fragte ihn Pilatus: 

So bist du dennoch ein König? 


Jesus antwortete: 

Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. 


38 Spricht Pilatus zu ihm: 

Was ist Wahrheit? 


Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: 

Ich finde keine Schuld an ihm. 39 Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? 


40 Da schrien sie wiederum: 

Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber.

19, 1 Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 

2 Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an 3 und traten zu ihm und sprachen: 

Sei gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht. 


4 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: 

Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. 


5 Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. 


Und Pilatus spricht zu ihnen: 

Seht, welch ein Mensch!

Liedvorschläge 6.4.2025 mit Taufe und Abendmahl:

452,1-3

724

97

209

91,1-5

221

170,1-3


Lesungen:

Hebräer 5,7-9

Johannes 18,28-19,5

Gen 22,1-14(15-19) (VI.Perikopenreihe)


Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: 

Abraham! 


Und er antwortete: 

Hier bin ich. 


Und er sprach: 

Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. 


Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. 


Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne und sprach zu seinen Knechten: 

Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. 


Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. 


Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: 

Mein Vater! 


Abraham antwortete: 

Hier bin ich, mein Sohn. 


Und er sprach: 

Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 


Abraham antwortete: 

Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. 


Und gingen die beiden miteinander. 


Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf 


und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. 


Da rief ihn der Engel des Herrn vom Himmel und sprach: 

Abraham! Abraham! 


Er antwortete: 

Hier bin ich. 


Er sprach: 

Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 


Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. 


Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. 


Daher man noch heute sagt: 

Auf dem Berge, da der HERR sieht. 


15 Und der Engel des Herrn rief Abraham abermals vom Himmel her und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast. 


So kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba und Abraham blieb daselbst.